Autismus-Diagnostik für Erwachsene


Verwendete Methoden:

In der Diagnostik setze ich auf verschiedene wissenschaftlich fundierte und validierte Methoden, darunter moderne Erhebungsinstrumente speziell zur Erfassung von Autismus bei Frauen sowie spezialisierte Fragebögen, die Masking und andere autismusspezifische Merkmale berücksichtigen. Auch die sogenannten "Goldstandards" der klinischen Diagnostik (ADOS 2, AQ 50, RAADS 14) kommen zum Einsatz, aber ich bin mir während der Diagnostik bewusst, dass diese beiden Instrumente an Männern geeicht wurden und einige Items kritisch zu betrachten sind.

Ergänzend zu den Fragebögen erfolgt ein ausführliches Gespräch, das eine umfassende Anamnese und Ihre Lebensgeschichte einbezieht. Zusätzlich zu diesen Methoden fließt auch meine persönliche Erfahrung als autistische Psychologin mit kognitiver Hochbegabung und ADHS ein, die es mir zusätzlich zu den Diagnostikinstrumenten ermöglicht, Autismus differenziert zu erkennen. Da Alexithymie (umgangssprachlich "Gefühlsblindheit", also die Schwierigkeit, die eigenen sowie die Gefühle anderer treffend zu erkennen) bei autistischen Menschen gehäuft auftritt, verwende ich zur Erfassung einer möglichen Alexithymie auch den TAS-20 Fragebogen.


Gerade Frauen im Autismus-Spektrum kompensieren und maskieren autistische Merkmale häufig sehr konsequent. Im Gespräch können dadurch zentrale Hinweise (z.B. soziale Überlastung, sensorische Empfindlichkeiten oder Spezialinteressen) weniger sichtbar wirken, obwohl die Belastung real ist. Deshalb kombiniere ich klassische klinische Beobachtung und standardisierte Verfahren mit Instrumenten, die Masking/Camouflaging und weibliche Autismus-Profile gezielt erfassen. So lassen sich auch jene Ausprägungen differenziert abbilden, die in männlich dominierten Normierungen und Cut-offs leichter untergehen. Die eingesetzte Verfahrenskombination entspricht den diagnostischen Komponenten der aktuellen Leitlinien für Erwachsene ohne kognitive Einschränkungen und ist darauf ausgerichtet, Befunde auch bei stark kompensierenden Frauen mit durchschnittlicher oder hoher Intelligenz nachvollziehbar und empirisch abgesichert zu erheben.


RAADS-14 (Ritvo Autism and Asperger Diagnostic Scale – 14-Item Screen):
Der RAADS-14 ist ein international erprobter Kurzfragebogen auf Basis der Langversion RAADS-R und wurde für Erwachsene ohne kognitive Einschränkungen entwickelt. Die deutschsprachige Version (RAADS-14-Screen-G) wurde 2024 von Etlender und Jarvers übersetzt und wissenschaftlich adaptiert. In Validierungsstudien zeigt sich zudem, dass der RAADS-14 je nach Vergleichsgruppe auch gegenüber anderen Störungsbildern (u.a. ADHS, affektive Störungen, Angststörungen) differenzieren kann. Er erfasst drei Symptomdimensionen:

  • Einschränkungen der Mentalisierung (z.B. Schwierigkeiten, soziale Erwartungen sowie emotionale und mentale Zustände zu erfassen oder zu benennen)
  • soziale Ängstlichkeit (z.B. Unsicherheiten in Gruppen, bei Smalltalk oder beim sozialen Anschluss)
  • sensorische Reaktivität (z.B. hohe Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen oder taktilen Reizen)


AQ-50 (Autism Spectrum Quotient):
Der AQ-50 ist ein etabliertes Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung autistischer Merkmale bei Erwachsenen mit durchschnittlicher Intelligenz. Er umfasst 50 Aussagen in fünf Bereichen: soziale Fähigkeiten, Kommunikationsverhalten, Detailwahrnehmung, Imagination sowie Flexibilität beim Aufmerksamkeitswechsel. Höhere Werte sprechen für eine stärkere Ausprägung autistischer Merkmale.
Für die Einordnung ist wichtig, dass der AQ-50 historisch stark an männlich geprägten Stichproben entwickelt und normiert wurde. Bei autistischen Frauen kann er daher Merkmale untererfassen, insbesondere wenn ausgeprägtes Masking, sozial akzeptierte Spezialinteressen oder hohe Anpassungsleistungen vorliegen. Einzelne Items bilden zudem weibliche Präsentationsformen nicht immer adäquat ab (z.B. wenn „Interesse an Menschen“ pauschal als nicht-autistisch gewertet wird, obwohl „Menschen/Verhalten“ bei vielen Autistinnen als Spezialinteresse auftreten kann).


CAT-Q (Camouflaging Autistic Traits Questionnaire):
Der CAT-Q wurde entwickelt, um Social Camouflaging systematisch zu erfassen, also das bewusste oder automatisierte Anpassen an neurotypische Erwartungen. Er gehört zu den wenigen Selbstbeurteilungsverfahren, die Masking bei Autistinnen differenziert abbilden. Studien weisen darauf hin, dass starkes Masking mit erhöhten psychischen Belastungen und einer Verzögerung der Diagnosestellung assoziiert sein kann. Der CAT-Q unterscheidet drei Teilaspekte:

  • Kompensation: aktive Strategien zum Überbrücken sozialer Schwierigkeiten (z.B. Gesprächsabläufe erlernen, Mimik/Gestik trainieren, Sozialverhalten kognitiv analysieren)
  • Maskierung: Unterdrücken oder Verbergen autistischer Merkmale (z.B. Stimming reduzieren, Augenkontakt trotz Überforderung „durchhalten“, Mimik bewusst steuern)
  • Assimilation: möglichst unauffälliges Einfügen in Gruppen durch Nachahmung von Rollen, Kleidung, Sprachmustern und Routinen

Girls Questionnaire for Autism Spectrum Conditions (GQ-ASC):
Der GQ-ASC wurde gezielt für die Erfassung von Autismus bei erwachsenen Frauen entwickelt und validiert. Er adressiert eine bekannte diagnostische Lücke: Viele klassische Instrumente orientieren sich stärker an männlichen Entwicklungs- und Symptomprofilen. Der GQ-ASC berücksichtigt Präsentationsformen, die bei Frauen häufiger oder anders ausgeprägt sind, u.a. Camouflaging-Strategien, spezifische sensorische Muster, sozial geprägte Anpassungsleistungen sowie die emotionale Bedeutung von Interessen. In der Originalarbeit wurden fünf Faktoren beschrieben:

  1. Imagination und Spiel: ausgeprägte innere Fantasiewelt/Tagträumen als Rückzug und Regulation
  2. Camouflaging: Rollenübernahme, Imitation sozialer Muster, Anpassung an Erwartungen
  3. Sensorische Empfindlichkeiten: Über-/Unterempfindlichkeiten, stressauslösende Reize, Shutdown-nahe Zustände (inkl. selektivem Verstummen)
  4. Soziales Funktionieren: subtile Barrieren, schnelle soziale Erschöpfung, kompensatorische Strategien (z.B. Überentschuldigen, „sicheres“ Auftreten)
  5. Interessen: auch inhaltlich „sozial akzeptierte“ oder altersuntypische Interessenschwerpunkte werden differenziert erfasst


TAS-20 (Toronto Alexithymia Scale):

Die TAS-20 ist ein international etabliertes Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung von Alexithymie und wurde von Bagby et al. (1994) entwickelt. Alexithymie bezeichnet keine eigenständige Autismusdiagnostik, sondern ein dimensionsbezogenes Konstrukt, das Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung, Unterscheidung und sprachlichen Beschreibung eigener Gefühle erfasst. 

Die TAS-20 differenziert drei Teilbereiche alexithymer Verarbeitung:

  • Schwierigkeiten beim Identifizieren von Gefühlen: Schwierigkeiten, eigene Gefühle wahrzunehmen und von körperlichen Spannungs- oder Erregungszuständen zu unterscheiden
  • Schwierigkeiten beim Beschreiben von Gefühlen: Schwierigkeiten, emotionale Zustände sprachlich zu benennen und anderen mitzuteilen
  • Nach außen gerichteter Denkstil: eine Tendenz, die Aufmerksamkeit eher auf äußere Ereignisse und konkrete Sachverhalte als auf das innere emotionale Erleben zu richten

Für die diagnostische Gesamtbewertung ist relevant, dass die TAS-20 keine autistischen Kernmerkmale misst, sondern die Fähigkeit zum emotionalen Selbstzugang. Ein erhöhter Wert kann daher erklären, weshalb innere Zustände zunächst eher als diffuse Überforderung, körperliche Anspannung oder Erschöpfung erlebt und erst verzögert als Gefühle erkannt werden. 


RBQ-2A (Adult Repetitive Behaviours Questionnaire-2):
Der RBQ-2A ist ein Fragebogen zur Erfassung repetitiver Verhaltensweisen und eines ausgeprägten Bedürfnisses nach Gleichförmigkeit. Er berücksichtigt unter anderem wiederkehrende Bewegungen, feste Routinen, ritualisierte Handlungen, intensive Beschäftigungen mit bestimmten Themen oder Gegenständen sowie Schwierigkeiten mit Veränderungen und unvorhergesehenen Abläufen.


SPQ-SR-35 (Sensory Perception Quotient Self Report):
Der SPQ-SR-35 erfasst Besonderheiten der sensorischen Wahrnehmung in den Bereichen Hören, Sehen, Berührung, Geruch und Geschmack.  Der Fragebogen hilft dabei, sensorische Belastungen differenziert einzuordnen, zum Beispiel bei Geräuschen, Licht, Kleidung, Berührungen, Gerüchen oder Nahrungsmitteln. Solche Wahrnehmungsbesonderheiten können sich erheblich auf Alltag, Erholung, soziale Situationen, Mobilität und Belastbarkeit auswirken und werden deshalb gezielt in die diagnostische Gesamtbewertung einbezogen.


Reading the Mind in the Eyes Test (RMET):
Beim Reading the Mind in the Eyes Test werden anhand fotografierter Augenpartien emotionale und mentale Zustände eingeschätzt. Das Verfahren untersucht, wie soziale und mimische Hinweisreize erkannt und sprachlich zugeordnet werden. Der Test misst jedoch nicht die allgemeine Empathiefähigkeit und bildet reale soziale Situationen nur eingeschränkt ab. Gerade intelligente oder stark maskierende autistische Personen können gelernt haben, Mimik und soziale Signale bewusst zu analysieren. Deshalb werden sowohl auffällige als auch unauffällige Ergebnisse immer im Zusammenhang mit der persönlichen Entwicklung, dem subjektiven Aufwand und den übrigen diagnostischen Befunden betrachtet.


ADOS-2 Modul 4 (Autism Diagnostic Observation Schedule, Second Edition):
Das ADOS-2 ist ein international etabliertes, standardisiertes Beobachtungsverfahren zur Erfassung autistischer Verhaltensmerkmale im direkten Kontakt. In einem halbstrukturierten Interview werden u.a. spontane soziale Reaktionen, nonverbale Kommunikation, Perspektivübernahme sowie kommunikative Flexibilität anhand definierter Aufgaben und Gesprächssequenzen beobachtet und ausgewertet.


Kein Elterngespräch nötig, Unterlagen optional:

Eltern befrage ich nicht. Zu häufig sind diese im Gespräch über ihre Kinder nicht objektiv, haben nach den Jahrzehnten die zurückliegen verzerrte Erinnerungen, haben Angst "etwas falsch gemacht" zu haben oder sind z.B. selbst im Spektrum weshalb ihnen ihr Kind auch nicht "seltsam" vorkommt.

Sie könnten aber im Vorfeld ihre Eltern befragen, ob sie:

  • ein "Schreibaby" waren
  • wie ihre Sprachentwicklung war (z.B. sehr früh, sehr spät)
  • ob sie als Kind auf Zehenspitzen gelaufen sind
  • wie ihr Spielverhalten war (z.B. komplexe Szenarien bauen, Dinge nach Kategorien sortieren)
  • ob sie "Wutanfälle" (Meltdowns) hatten
  • wie es mit Freundschaften im Kindergarten aussah.

Unterlagen benötige ich ebenfalls nicht zwingen, aber z.B. alte Grundschulzeugnisse oder alte Freundschaftsbücher können Informationen bieten, die für den Diagnostikprozess nützlich sind. 

ADHS-Diagnostik


ADHS-Diagnostik für Erwachsene als Ergänzung zur Autismus-Diagnostik

Zusätzlich zur Autismus-Diagnostik biete ich eine ADHS-Diagnostik für Erwachsene an. Diese kann ausschließlich in Verbindung mit der Autismus-Diagnostik gebucht werden und umfasst etwa zwei zusätzliche Stunden. Die Abklärung erfolgt mit wissenschaftlich fundierten, standardisierten Fragebogenverfahren für Erwachsene. So lassen sich aktuelle ADHS-Symptome, alltagsrelevante Einschränkungen, exekutive Schwierigkeiten sowie Hinweise auf seit der Kindheit bestehende Merkmale differenziert erfassen.

Wichtig: Die ADHS-Diagnostik dient der fundierten psychologischen Einschätzung und kann eine hilfreiche Grundlage für die weitere Planung sein. Für eine medikamentöse Behandlung ist jedoch zwingend eine Diagnostik durch eine Psychiaterin oder einen Neurologen erforderlich. Als Psychologin darf ich keine Medikamente verschreiben. Aber auch ohne unmittelbare medikamentöse Behandlung kann eine ADHS-Diagnostik sinnvoll sein. Sie kann helfen, bislang schwer einzuordnende Schwierigkeiten besser zu verstehen, etwa bei Aufmerksamkeit, Selbstorganisation, Impulsivität, Zeitgefühl oder innerer Unruhe. Gerade wenn eine Autismus-Diagnostik erfolgt, kann die zusätzliche Abklärung wichtig sein, um Überschneidungen und Unterschiede genauer zu erfassen. 


HASE (Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene):
Die HASE ist ein speziell für Erwachsene entwickeltes Verfahren zur syndromalen und kategorialen ADHS-Diagnostik. Das Instrument bildet ADHS nicht nur als aktuelle Symptombelastung ab, sondern berücksichtigt auch, ob bereits in der Kindheit typische Auffälligkeiten bestanden. Darüber hinaus orientiert es sich an den diagnostischen Kriterien gängiger Klassifikationssysteme und erfasst auch für das Erwachsenenalter typische Merkmale wie Desorganisation, Impulsivität, emotionale Labilität oder Stressintoleranz. Dadurch eignet sich die HASE besonders gut für eine strukturierte Kerndiagnostik bei Verdacht auf ADHS im Erwachsenenalter.


CAARS (Conners Skalen zu Aufmerksamkeit und Verhalten für Erwachsene):
Die CAARS gehören international zu den etablierten Verfahren zur Erfassung von Aufmerksamkeitsstörungen bei Erwachsenen. Sie erfassen typische Bereiche adulter ADHS wie Unaufmerksamkeit, Gedächtnisprobleme, motorische Unruhe, Impulsivität, emotionale Labilität und Probleme im Selbstkonzept. Zusätzlich werden die DSM-bezogenen ADHS-Symptome systematisch abgebildet. Das Verfahren eignet sich zur vertieften diagnostischen Einschätzung und ermöglicht eine differenzierte Beurteilung der aktuellen Symptomatik.


KATE (Kölner ADHS-Test für Erwachsene):
KATE ist eine Testbatterie, die wichtige Bausteine der Differentialdiagnose von ADHS im Erwachsenenalter zusammenführt. Es werden das Funktionsniveau im Alltag, typische Verhaltensmerkmale sowie exekutive Funktionen erfasst. Dadurch lässt sich nicht nur einschätzen, ob ADHS-Merkmale vorliegen, sondern auch, in welchen Bereichen sie sich im Alltag besonders auswirken, etwa beim Organisieren, Beginnen, Umsetzen und Strukturieren von Aufgaben. Das Verfahren ist daher besonders nützlich, um die praktische Relevanz der Symptomatik differenziert abzubilden.


Die Kombination dieser Verfahren ermöglicht eine mehrdimensionale Einschätzung. Erfasst werden nicht nur klassische ADHS-Symptome, sondern auch alltagsbezogene Funktionsbeeinträchtigungen, exekutive Schwierigkeiten und Hinweise auf eine seit der Kindheit bestehende Symptomatik. Gerade bei Erwachsenen, bei denen ADHS lange kompensiert, übersehen oder anderen Themen zugeschrieben wurde, ist diese differenzierte Vorgehensweise besonders hilfreich. Sie kann dazu beitragen, das eigene Funktionsprofil klarer zu verstehen und die weiteren nächsten Schritte fundierter zu planen.


IQ-Diagnostik


IQ-Kurztests als Ergänzung zur Autismus-Diagnostik:

Zusätzlich zur Autismus-Diagnostik können Sie zwischen zwei kurzen IQ-Testverfahren wählen, die vorab online über die offizielle Testumgebung von Hogrefe durchgeführt werden. Beide Kurztests eignen sich für eine erste standardisierte und valide Einordnung der kognitiven Leistungsfähigkeit:

  • Der IST-AM ist ein sprachfreier, adaptiver Matrizentest. Er erfasst vor allem das nichtsprachliche schlussfolgernde Denken beziehungsweise die fluide Intelligenz. Da der Test nahezu ohne Sprache auskommt und weitgehend unabhängig von kulturell geprägtem Vorwissen ist, eignet er sich besonders dann, wenn ein möglichst spracharmes und culture fair orientiertes Verfahren gewünscht ist. Durch die adaptive Testung passt sich die Aufgabenschwierigkeit laufend an die bisherigen Antworten an, sodass in kurzer Zeit eine präzise Einschätzung möglich ist.
  • Alternativ kann das IST-Screening gewählt werden. Dabei handelt es sich um ein sprachbasiertes Kurzverfahren mit den Aufgabengruppen Analogien, Zahlenreihen und Matrizen. Der Test liefert erste Hinweise auf verbale, numerische und figurale Fähigkeiten sowie einen Gesamtwert zum schlussfolgernden Denken. Er eignet sich besonders dann, wenn ein breiteres Kurzscreening gewünscht ist und Sprache bei der Testbearbeitung keine relevante Hürde darstellt.


Ausführliche IQ-Diagnostik

Falls Sie unabhängig von der Autismus-Diagnostik eine deutlich umfassendere Intelligenztestung wünschen, biete ich zusätzlich eine ausführliche IQ-Diagnostik mit dem Intelligenz-Struktur-Test 5 (IST 5) an. Dieses Verfahren erfasst differenzierter die verbale, numerische und figurale Intelligenz sowie das schlussfolgernde Denken. Auch weitere Bereiche wie die Merkfähigkeit werden berücksichtigt. Die Testung erfolgt digital über die offizielle Online-Testumgebung von Hogrefe. Im Anschluss erhalten Sie ein schriftliches Gutachten, in dem die Ergebnisse dargestellt und erläutert werden.

Im Unterschied zu den Kurztests entsteht hier ein wesentlich breiteres und genaueres kognitives Leistungsprofil. Vor allem da viele autistische Menschen ein sogenanntes "Spiky Profile" aufweisen (also in manchen Domänen außerordentlich leistungsstark sind, in anderen wiederum eher Schwierigkeiten haben) bietet sich für neurodivergente Menschen eine differenzierte Testung der verschiedenen Domänen der Intelligenz an.

Häufige Fragen
Kontakt und Terminvereinbarung
Wie kann ich einen Termin vereinbaren?
Sie können über das Terminbuchungsportal einen freien Termin auswählen. Wenn Sie vorab eine kurze Rückfrage haben, können Sie mich per E-Mail oder über das Kontaktformular kontaktieren.
Kann ich vor der Buchung klären, ob mein Anliegen passt?
Ja. Wenn Sie unsicher sind, ob mein Angebot zu Ihrer Fragestellung passt, können Sie mir vorab kurz schreiben. Hilfreich ist eine knappe Beschreibung des Anliegens, zum Beispiel ob es um Autismus-Diagnostik, ADHS-Abklärung, Hochbegabung, berufliche Fragen oder eine Beratung geht.
Wann erhalte ich eine Rückmeldung?
Ich bemühe mich um eine zeitnahe Rückmeldung. Da die Anfragen zeitweise sehr hoch sind, kann eine Antwort jedoch einige Tage dauern.
Findet die Diagnostik online statt?
Ja. Die Autismus-Diagnostik findet online per Videotelefonie statt. Die Fragebögen werden digital bearbeitet. Sie benötigen dafür einen ruhigen Raum, eine stabile Internetverbindung und ein Gerät mit Kamera und Mikrofon.
Autismus-Diagnostik
Für wen ist die Autismus-Diagnostik geeignet?
Die Autismus-Diagnostik richtet sich an Erwachsene ab 21 Jahre, die eine fundierte diagnostische Einschätzung im Selbstzahlermodell wünschen. Mein Schwerpunkt liegt auf Autismus bei Frauen sowie auf Autismus in Verbindung mit ADHS und/oder Hochbegabung.
Wird Masking in der Diagnostik berücksichtigt?
Ja. Masking / Social Camouflaging werden ausdrücklich berücksichtigt. Neben der aktuellen Symptomatik geht es auch darum, welche Anpassungsleistungen notwendig sind, wie viel Energie diese kosten und welche Belastungen dadurch entstehen.
Werden ADHS, PTBS und/oder Hochbegabung beachtet bei der Diagnostik?
Ja. ADHS, PTBS und Hochbegabung können das autistische Profil deutlich beeinflussen. Sie können autistische Merkmale verstärken, überdecken oder zu einem sehr uneinheitlichen Leistungs- und Belastungsprofil führen. Deshalb werden diese Schnittstellen in der diagnostischen Einordnung mitberücksichtigt. Ich nutze dabei auch Messinstrumente, die wichtige Überschneidungen und Unterschiede zu Autismus differenziert erfassen und eine bessere Abgrenzung ermöglichen.
Welche Verfahren werden verwendet?
Die Diagnostik kombiniert ein ausführliches Gespräch, strukturierte Beobachtung und wissenschaftlich fundierte Fragebögen. Je nach Fragestellung kommen unter anderem ADOS-2 Modul 4, AQ-50, RAADS-14, CAT-Q, GQ-ASC und weitere ergänzende Verfahren wie z.B. die T-20 zur Erfassung von Alexithymie zum Einsatz.
Wie läuft die Diagnostik ab?
Die Diagnostik umfasst ein ausführliches Gespräch zur bisherigen Entwicklung und aktuellen Situation, ein strukturiertes Beobachtungsinterview, standardisierte Fragebögen, die Auswertung der Ergebnisse und eine Befundbesprechung. Anschließend erstelle ich ein schriftliches Gutachten.
Wie lange dauert der Diagnostiktermin?
Der diagnostische Termin dauert etwa drei Stunden und findet online per Microsoft Teams statt. Zunächst führen wir ein ausführliches Anamnesegespräch. Dabei gehe ich auch den ADOS-2 Beobachtungs- und Interviewbogen mit Ihnen durch. Anschließend erhalten Sie die Fragebögen per Link und füllen diese aus. Danach besprechen wir die Ergebnisse gemeinsam und klären offene Fragen.
Muss ich meine Eltern oder Angehörige einbeziehen?
Nein. Eine Elternbefragung ist nicht zwingend erforderlich. Wenn Informationen aus der Kindheit vorhanden sind, können sie hilfreich sein. Die Diagnostik ist aber auch möglich, wenn keine Angehörigen einbezogen werden können oder sollen.
Muss ich alte Unterlagen einreichen?
Nein. Alte Schulzeugnisse, Berichte, Freundschaftsbücher oder andere frühe Unterlagen können ergänzende Hinweise geben, sind aber nicht zwingend erforderlich.
Gutachten, Diagnose und Eintragung in die Akte
Erhalte ich nach der Diagnostik ein schriftliches Gutachten?
Ja. Nach Abschluss der Diagnostik erhalten Sie ein ausführliches schriftliches Gutachten. Darin werden die diagnostischen Ergebnisse, die fachliche Einschätzung und die Begründung nachvollziehbar dargestellt.
Wird die Diagnose automatisch an Behörden weitergegeben und automatisch in meiner ärztlichen Akte eingetragen?
Nein. Die Diagnostik erfolgt vertraulich und unabhängig von Krankenkassen, Behörden und ärztlichen Praxen. Es erfolgt keine automatische Weitergabe. Sie entscheiden selbst, ob und an wen Sie das Gutachten weitergeben möchten. Das Gutachten liegt zunächst nur Ihnen vor. Eine Eintragung des Diagnoseschlüssels in die ärztliche Akte erfolgt nicht automatisch.
Wie kann der Diagnoseschlüssel in meine ärztliche Akte eingetragen werden?
Wenn Sie möchten, können Sie das Gutachten Ihrer Hausarztpraxis oder einer psychiatrischen Praxis vorlegen. Die Praxis kann den Diagnoseschlüssel dann in Ihre ärztliche Akte eintragen. Für viele Klientinnen und Klienten ist die Hausarztpraxis der einfachste Weg, da dort bereits eine Anbindung besteht und meist schneller ein Termin möglich ist. Ob eine bestimmte Praxis dies jedoch übernimmt, kann ich nicht garantieren. Auf Wunsch kann ich Ihnen ein kurzes Anschreiben für Ihre Hausarztpraxis mitgeben. Darin wird um Eintragung der Diagnose in die ärztliche Akte gebeten. Dieses Anschreiben können Sie zusammen mit dem Gutachten vorlegen oder im Vorfeld, also bevor Sie einen Termin bei mir buchen, in Ihrer Praxis nachfragen, ob sie ggf. die Diagnose übernehmen würden.
Kosten und Selbstzahlung
Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten?
Da ich ohne Kassensitz arbeite, werden die Kosten in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Diagnostik erfolgt daher im Selbstzahlermodell.
Was kostet die Autismus-Diagnostik?
Die Autismus-Diagnostik kostet 770 Euro. Darin enthalten ist der vollständige diagnostische Prozess inklusive Auswertung, Befundbesprechung und ausführlichem schriftlichem Gutachten. Bei Bedarf sind auch weitere Dokumente im Preis inbegriffen, zum Beispiel ein Kurzgutachten für die Arbeitsstelle oder ein Anschreiben an die Hausarztpraxis mit der Bitte um Eintragung der Diagnose in die ärztliche Akte.
ADHS- und IQ-Diagnostik
Kann zusätzlich eine ADHS-Diagnostik durchgeführt werden?
Ja. Eine zusätzliche ADHS-Diagnostik für Erwachsene kann gebucht werden. Sie kann sinnvoll sein, wenn neben autistischen Merkmalen auch Aufmerksamkeit, Organisation, Handlungsplanung, Impulssteuerung, Zeitmanagement oder innere Unruhe eine Rolle spielen. Die ADHS-Diagnostik dient der psychologischen Abklärung und Einordnung. Medikamentöse Fragen und Verordnungen können jedoch ausschließlich in einer psychiatrischen Praxis erfolgen. Die Autismus-Diagnostik zusammen mit der zusätzlichen ADHS-Diagnostik dauert knapp 5 Stunden und kostet 990€.
Kann zusätzlich eine IQ-Diagnostik durchgeführt werden?
Ja. Zusätzlich zur Autismus-Diagnostik kann eine IQ-Diagnostik gebucht werden. Je nach Fragestellung kann eine kurze oder ausführlichere Einschätzung der kognitiven Fähigkeiten sinnvoll sein. Die Autismus-Diagnostik zusammen mit der zusätzlichen IQ-Diagnostik dauert knapp 4 Stunden und kostet 880€.
Beratung
Bieten Sie auch Beratung an?
Ja. Zusätzlich zur Diagnostik ist Beratung zu autismusspezifischen Themen möglich. Das kann zum Beispiel Fragen zu Masking / Unmasking oder auch die Beratung von Angehörigen und Fachkräften betreffen. Leider kann ich jedoch aus Kapazitätsgründen bis auf weiteres keine freien Termine für Beratung an neue Klient*innen vergeben.